Es müsste eigentlich heißen: “Befestigungskunde”
Denn seit der Steinzeit schützt sich der Mensch vor seinen Mitmenschen durch mehr oder weniger komplizierte Befestigungsanlagen. In unserem Bereich ist die große Ringwallanlage auf dem Lüderich die älteste datierte Befestigungsanlage. Sie soll bereits in der Späthallstattzeit errichtet worden sein und diente wahrscheinlich schon dem Schutz des dortigen Bergbaus.
In die Latenezeit (benannt nach einem Fundort in der Schweiz; 400 v. Chr. bis zur Zeitenwende) werden die Güldenburg bei Troisdorf, der Ringwall auf dem Petersberg und die Rennenburg bei Ruppichteroth-Schreckenberg datiert. Letztgenannte Anlage wurde dann im Mittelalter (9. Jh.) erneut auf- und ausgebaut. Sie stellt einen interessantes Bauwerk am Übergang von der Wallanlage zur Burg dar.
Ebenfalls mittelalterliche Anlagen sind die Alteburg bei Neunkirchen-Weiert und der kleine Abschnittswall bei Windeck-Stromberg. Die dortige benachbarte Ringwallanlage ist noch nicht wissenschaftlich eindeutig datiert, dürfte hingegen aber auf Grund ihrer Bauart auch der Latenezeit zuzuordnen sein. Möglicherweise wurde sie dann auch noch einmal in späterer Zeit genutzt (Sagen sprechen von einer Nutzung als Versteck der Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges).
Windecker Aktivitäten
Seit der Gründung unseres Vereins 1986 in Windeck sind wir in der Gemeinde an der Sieg sehr aktiv. Bis 2010 hatten wir auch unseren Vereinssitz in der Gemeinde, obwohl sich der Schwerpunkt der Forschungen zwischenzeitlich verlagert hat.
Die Mitglieder des Vereins, allen voran unser erster Vereinsvorsitzender (von 1986 bis 1996), Werner Schmidt aus Dreisel, machten zahlreiche Funde aus fast allen Siedlungsepochen. Eine Besonderheit stellt der berühmte Retuscheur mit eingeritzten Elchabbildungen aus der Steinzeit dar. Dieser wurde mehrfach auf unseren Historischen Stammtischen präsentiert. Er war auch Fund des Monats im LVR LandesMuseum Bonn und wird dort inzwischen in einer besonderen Ausstellung gezeigt.
Des weiteren haben wir häufig mit einem Infostand an dem Windecker Burgmarkt teilgenommen. Im Haus Gerressen haben wir die Inhalte aus unseren vier Geschichtstaschen und Originalfunde gezeigt. Das fand stets großes Interesse. Vor allem wenn man die Repliken der Steinwerkzeuge einmal ausprobieren konnte und feststellte, dass die Geräte damals schon so scharf waren, wie heutige Messer.
Anlässlich unserer Ausstellung in Much wurde ein Begleitheft zusammengestellt. Dieses liegt dem Verein nur noch in Einzelexemplaren vor (eines gehört zum Projekt: (Heimat-) Geschichte zum “Be-greifen”).
Von Peter H. Krause erschien nach jahrelangen Recherchen 1998 im Verlag Franz Schmitt, Siegburg, der erste Band in der Reihe “Unabhängige Historische Untersuchungen”. Der Titel lautet: Belagert. Erobert. Geplündert. Siegburger Kriegszeiten von 1583 bis 1714. Es handelt sich hierbei um den ersten militärhistorischen Überblick über die sehr bewegte Geschichte der Stadt Siegburg. Er fand in der Öffentlichkeit große Beachtung.
 Belagert, Erobert, Geplündert |
 Kanonendonner und Pesthauch |
2006 folgte der zweite Band dieser Reihe mit dem Titel “Kanonendonner und Pesthauch”. Zur Geschichte der Burg/Feste Windeck an der Sieg und ihrer Rolle im bergischen Amt Windeck unter den Nesselrodern 1431 bis 1663.
Dieser Band ist derzeit nicht mehr beim Verlag Franz Schmitt, Siegburg, erhältlich.
In der Reihe “Historische Untersuchungen – Alte Karten und Bilder” wurde 2004 das erste Heft über das Bröltal “Alte Ansichten des Hauses zum Stein (Burg Herrnstein) von Peter Effelsberg und Peter H. Krause veröffentlicht. Es zeigt die älteste Abbildung des Hauses aus dem 16. Jahrhundert, einige Abbildungen aus dem 18. Jahrhundert sowie einen Grundriss der Gesamtanlage.
Exemplare können noch zum Kostenbeitrag von 5,– Euro  erworben werden.