Der Neandertaler

Forschungsprojekte “Neandertaler” und “Neandertal”

1856-2006: 150 Jahre Neandertaler

Im Sommer 1856 entdeckten zwei Steinbrucharbeiter ein menschliches Skelett in der Kleinen Feldhofer Grotte im Neandertal. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Evolutionstheorie entflammte diese Entdeckung eine heftige Kontroverse um die Existenz des fossilen Menschen. Neben der Bestimmung als urtümlicher Mensch durch den Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Carl Fuhlrott und den Bonner Anatomen Hermann Schaaffhausen gab es eine Reihe anderer, teils abenteuerlicher Interpretationen. Diese reichen von einem „geistig minderbemittelten Menschen“ über einen „Kelten“ bis hin zu einem „Kosaken, der in der Höhle Schutz vor den Truppen Napoleons gesucht hatte“. Die wissenschaftlich solideste Gegenmeinung war die des Berliner Mediziners Rudolf Virchow, der die Abweichungen des Knochenbaus vom heutigen Menschen als krankhaft diagnostizierte. 1864 erhielt der Fund aus dem Neandertal seinen wissenschaftlichen Namen: Homo neanderthalensis. Im Jahr 1877 bewahrte die Vorläuferinstitution des Rheinischen Landesmuseums in Bonn den Neandertaler vor einem Verkauf in das Ausland.