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	<title>U.H.U. e. V.</title>
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	<description>Unabhängige Historische Untersuchungen</description>
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		<title>Bergbaukunde</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 20:43:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Außer durch die Erfolge der &#8220;archäologischen Spürnasen&#8221; verdankt der U.H.U. e. V. seinen auch in Fachkreisen guten Ruf der Forschungstätigkeit von Günter Benz, insbesondere auf dem Gebiet der Bergbaugeschichte in Much und Ruppichteroth. Ein Glanzpunkt war die Wiederentdeckung einer handgemalten Karte des Bröltales aus dem 16. Jahrhundert. Sie zeigt nicht nur die ältesten bekannten Abbildungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Außer durch die Erfolge der &#8220;archäologischen Spürnasen&#8221; verdankt der U.H.U. e. V. seinen auch in Fachkreisen guten Ruf der Forschungstätigkeit von Günter Benz, insbesondere auf dem Gebiet der Bergbaugeschichte in Much und Ruppichteroth.</p>
<p>Ein Glanzpunkt war die Wiederentdeckung einer handgemalten Karte des Bröltales aus dem 16. Jahrhundert. Sie zeigt nicht nur die ältesten bekannten Abbildungen des Schlosses Herrenstein, der Ortschaften Neunkirchen und Winterscheid, sondern auch zahlreicher Wassermühlen zwischen Felderhoferbrück und der Brölmündung.</p>
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		<title>Luftbildarchäologie</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 20:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Forschung aus luftigen Höhen Die Luftbildarchäologie ist ein wichtiger Zweig der Erforschung unserer Geschichte. Auf Luftbildern, die selbst direkt aus Flugzeugen aufgenommen wurden oder die käuflich bei den Katasterämtern zu erwerben sind, konnten in jüngster Zeit immer wieder archäologische Entdeckungen gemacht werden. Alte Gräben, Wege und Mauerreste führen häufig dazu, dass sich die Pflanzenwelt an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Forschung aus luftigen Höhen</h2>
<p>Die Luftbildarchäologie ist ein wichtiger Zweig der Erforschung unserer Geschichte. Auf Luftbildern, die selbst direkt aus Flugzeugen aufgenommen wurden oder die käuflich bei den Katasterämtern zu erwerben sind, konnten in jüngster Zeit immer wieder archäologische Entdeckungen gemacht werden. Alte Gräben, Wege und Mauerreste führen häufig dazu, dass sich die Pflanzenwelt an diesen Stellen andere Farben zeigt. Dies kann an der besseren oder auch schlechteren Versorgung der Pflanzen mit Wasser oder Nährstoffen liegen.</p>
<p>Ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Luftbildarchäologie ist unser Mitglied Prof. Wilhelm Stahlhacke, der bereits in zwei sehr interessanten Vorträgen, u.a. im Römisch-Germanischen Museum in Köln, einige sehr wichtige Entdeckungen auf diesem Forschungsgebiet der Öffentlichkeit vorstellte.</p>
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		<title>Burgenkunde</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 20:39:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Es müsste eigentlich heißen: &#8220;Befestigungskunde&#8221; Denn seit der Steinzeit schützt sich der Mensch vor seinen Mitmenschen durch mehr oder weniger komplizierte Befestigungsanlagen. In unserem Bereich ist die große Ringwallanlage auf dem Lüderich die älteste datierte Befestigungsanlage. Sie soll bereits in der Späthallstattzeit errichtet worden sein und diente wahrscheinlich schon dem Schutz des dortigen Bergbaus. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Es müsste eigentlich heißen: &#8220;Befestigungskunde&#8221;</h2>
<p>Denn seit der Steinzeit schützt sich der Mensch vor seinen Mitmenschen durch mehr oder weniger komplizierte Befestigungsanlagen. In unserem Bereich ist die große Ringwallanlage auf dem Lüderich die älteste datierte Befestigungsanlage. Sie soll bereits in der Späthallstattzeit errichtet worden sein und diente wahrscheinlich schon dem Schutz des dortigen Bergbaus.</p>
<p>In die Latenezeit (benannt nach einem Fundort in der Schweiz; 400 v. Chr. bis zur Zeitenwende) werden die Güldenburg bei Troisdorf, der Ringwall auf dem Petersberg und die Rennenburg bei Ruppichteroth-Schreckenberg datiert. Letztgenannte Anlage wurde dann im Mittelalter (9. Jh.) erneut auf- und ausgebaut. Sie stellt einen interessantes Bauwerk am Übergang von der Wallanlage zur Burg dar.</p>
<p>Ebenfalls mittelalterliche Anlagen sind die Alteburg bei Neunkirchen-Weiert und der kleine Abschnittswall bei Windeck-Stromberg. Die dortige benachbarte Ringwallanlage ist noch nicht wissenschaftlich eindeutig datiert, dürfte hingegen aber auf Grund ihrer Bauart auch der Latenezeit zuzuordnen sein. Möglicherweise wurde sie dann auch noch einmal in späterer Zeit genutzt (Sagen sprechen von einer Nutzung als Versteck der Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges).<span id="more-100"></span></p>
<p>Die Zeit der aus Steinen errichteten Burgen, wie wir sie üblicherweise kennen, begann in unserem Bereich erst etwa im 11. Jahrhundert. Zuvor gab es noch verschiedene Motten, z.T. hölzerne Turmburgen auf künstlichen Höhen im Flachland, aber auch an Hängen.</p>
<p>Große Burganlagen wurden mit der Burg Windeck vor 1175 und mit der Burg Blankenberg vor 1180 errichtet. Die Burgen Löwenburg und Drachenfels und das heutige Schloss Homburg wurden ebenfalls in diesem Zeitraum gebaut. Nur das letztgenannte Schloss ist heute noch recht gut erhalten, die übrigen Anlagen wurden im Dreißigjährigen Krieg zu Ruinen, und dienten in späteren Zeiten als Steinbrüche.</p>
<p>Aus einer späteren Epoche stammen die Burg Herrnstein im Bröltal (14. Jh.), die Burghäuser Mauel und Hof an der Sieg sowie die Burg Overbach bei Much. Bei der Burg Herrnstein stammt aber nur noch die etwa drei Meter dicke Schildmauer aus dem Mittelalter. Weitere Befestigungen sind die zahlreichen mittelalterlichen Landwehren und Abschnittswälle, aber auch die Stadtbefestigungen von Blankenberg, Siegburg und Königswinter sowie die früher festungsartige Befestigung des Benediktinerklosters auf dem Michaelsberg über Siegburg.</p>
<p>Alle ganz oder in Teilen erhaltene Befestigungen sind wichtige Belege der Siedlungsgeschichte. Bedauerlicherweise wird ihnen häufig nicht die notwendige Beachtung und ein angemessener Schutz geboten, so dass einige noch in jüngerer Vergangenheit einfach zerstört wurden oder allmählich verfielen.</p>
<p>Peter Krause, ein anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet, versucht durch zahlreiche Führungen die Öffentlichkeit über die Bedeutung der hiesigen Befestigungen für die Siedlungsgeschichte und ihre Bedrohung zu informieren. Dabei unterrichtet er auch über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Burgenforschung und versucht das leider oft von der Romantik oder von Spielfilmen geprägte Bild zu ändern. Die Öffentlichkeitsarbeit geschieht verstärkt durch vielfältige Aktionen an und mit Kindergärten und Schulen.</p>
<p>Sollten Sie an Führungen zu einer der genannten Anlagen interessiert sein oder noch Informationen zu diesem Themenbereich benötigen, nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf. Viel Infomaterial und einige Modelle enthält auch die Geschichtstasche &#8220;Leben im Mittelalter; Ritter und Burgen&#8221;.</p>
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		<title>Eisenzeit</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 20:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Fast ebenso erfolgreich ist das in Waldbröl-Hoff lebende Ehepaar Schumacher. Neben einer Fundstelle mit zahlreichen mittelsteinzeitlichen Artefakten, d. h. von Menschenhand erstellten Steinwerkzeugen, wurde auf Grund vieler Scherbenfunde aus der Eisenzeit eine Siedlungsstelle lokalisiert. Schlackefunde führten schließlich 1999 zur Ausgrabung eines sehr gut erhaltenen, mittelalterlichen Rennofens zur Erzeugung von Eisen durch die amtliche Bodendenkmalpflege. Heinz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_427" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2010/12/titz-eisenzeit-grosses-haus.jpg" rel="lightbox[83]" title="Haus aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion) in Titz"><img class="size-thumbnail wp-image-427" title="Haus aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion) in Titz" src="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2010/12/titz-eisenzeit-grosses-haus-150x150.jpg" alt="Haus aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion) in Titz" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Haus aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion) in Titz</p></div>
<p>Fast ebenso erfolgreich ist das in Waldbröl-Hoff lebende Ehepaar Schumacher. Neben einer Fundstelle mit zahlreichen mittelsteinzeitlichen Artefakten, d. h. von Menschenhand erstellten Steinwerkzeugen, wurde auf Grund vieler Scherbenfunde aus der Eisenzeit eine Siedlungsstelle lokalisiert. Schlackefunde führten schließlich 1999 zur Ausgrabung eines sehr gut erhaltenen, mittelalterlichen Rennofens zur Erzeugung von Eisen durch die amtliche Bodendenkmalpflege.</p>
<div id="attachment_428" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2010/12/titz-speicher-latene-zeit.jpg" rel="lightbox[83]" title="Speicher aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion), Titz"><img class="size-thumbnail wp-image-428 " title="Speicher aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion), Titz" src="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2010/12/titz-speicher-latene-zeit-150x150.jpg" alt="Speicher aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion), Titz" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Speicher aus der Latene-Zeit (Rekonstruktion), Titz</p></div>
<p>Heinz Wolter, ehrenamtliches Mitglied der Bodendenkmalpflege, ist es zu verdanken, dass in den letzten Jahren beachtliche Erkenntnisse über die eisenzeitliche Besiedlungsgeschichte und die römerzeitliche Bergbaugeschichte im Rechtsrheinischen gewonnen wurden. Auf seine Initiative hin wurde in der Nähe der ehemaligen Grube &#8220;Altglück&#8221; eine befestigte römische Handelsstation untersucht. Dabei wurden Hinweise auf Bleigewinnung gefunden.</p>
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		<title>Der Neandertaler</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 19:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Forschungsprojekte &#8220;Neandertaler&#8221; und &#8220;Neandertal&#8221; 1856-2006: 150 Jahre Neandertaler Im Sommer 1856 entdeckten zwei Steinbrucharbeiter ein menschliches Skelett in der Kleinen Feldhofer Grotte im Neandertal. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Evolutionstheorie entflammte diese Entdeckung eine heftige Kontroverse um die Existenz des fossilen Menschen. Neben der Bestimmung als urtümlicher Mensch durch den Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Forschungsprojekte &#8220;Neandertaler&#8221; und &#8220;Neandertal&#8221;</h2>
<p>1856-2006: 150 Jahre Neandertaler</p>
<p>Im Sommer 1856 entdeckten zwei Steinbrucharbeiter ein menschliches Skelett in der Kleinen Feldhofer Grotte im Neandertal. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Evolutionstheorie entflammte diese Entdeckung eine heftige Kontroverse um die Existenz des fossilen Menschen. Neben der Bestimmung als urtümlicher Mensch durch den Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Carl Fuhlrott und den Bonner Anatomen Hermann Schaaffhausen gab es eine Reihe anderer, teils abenteuerlicher Interpretationen. Diese reichen von einem „geistig minderbemittelten Menschen“ über einen „Kelten“ bis hin zu einem „Kosaken, der in der Höhle Schutz vor den Truppen Napoleons gesucht hatte“. Die wissenschaftlich solideste Gegenmeinung war die des Berliner Mediziners Rudolf Virchow, der die Abweichungen des Knochenbaus vom heutigen Menschen als krankhaft diagnostizierte. 1864 erhielt der Fund aus dem Neandertal seinen wissenschaftlichen Namen: Homo neanderthalensis. Im Jahr 1877 bewahrte die Vorläuferinstitution des Rheinischen Landesmuseums in Bonn den Neandertaler vor einem Verkauf in das Ausland.<span id="more-45"></span></p>
<p>Heute ist das Originalskelett im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt. Seit 1991 wird der namengebende Neandertaler im Rahmen eines durch Priv.-Doz. Dr. Ralf W. Schmitz (Rheinisches Landesmuseum Bonn / Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen) geleiteten Forschungsprojektes mittels moderner Verfahren umfassend neu untersucht.</p>
<p>Während das Skelett im 19. Jh. Weltruhm erlangte, versank das Neandertal im Schutt der immer weiter wachsenden Steinbrüche. Bereits um 1900 war die Position der zerstörten Fundstelle und damit der 1856 aus der Höhle geschaufelten Sedimente nicht mehr bekannt. 1997 jedoch gelang es Schmitz und seinem Kollegen Dr. Jürgen Thissen nach langwierigen Recherchen im Rahmen einer Grabung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, die Sedimente aus der Kleinen Feldhofer Grotte und der benachbarten Höhle „Feldhofer Kirche“ wiederzuentdecken. Eine weitere, hauptsächlich durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen finanzierte Grabungskampagne erfolgte im Jahr 2000. Es fanden sich Steingeräte des Cro-Magnon-Menschen mit einem Alter von rund 25 000 Jahren und etwa 42 000 Jahre alte Geräte der Neandertaler, die jeweils im Rahmen einer Tübinger Magisterarbeit ausgewertet wurden.</p>
<p>Zu den bedeutendsten Funden zählen etwa 70 menschliche Knochenfragmente. Drei dieser Stücke lassen sich direkt an den originalen Neandertaler von 1856 ansetzen, zahlreiche weitere gehören aufgrund ihrer Robustheit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu diesem Menschen. Einige doppelte Skelettteile belegen die Existenz eines zweiten, zuvor unbekannten Neandertalers an der Fundstelle, dessen Entdeckungsjahr mit 1997 zu vermerken ist. Das Bild wird abgerundet durch einen zu Lebzeiten ausgefallenen Milch-Backenzahn eines Neandertaler-Kindes.</p>
<p>An der Untersuchung des Neandertalers und der neuen Funde unter Projektleitung des seit 1997 in Tübingen lehrenden Schmitz sind derzeit 21 internationale Wissenschaftler aus 14 Instituten beteiligt. Das Projekt finanziert sich einerseits aus den Budgets der beteiligten Institute, andererseits aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Wissenschaftliche Ziele sind unter anderem die Bestimmung des Lebensalters sowie der Krankheiten und Verletzungen, weiterhin die Untersuchung von vielleicht mit Totenriten der Neandertaler in Verbindung stehenden Schnittspuren auf den Menschenknochen. Von Bedeutung ist auch die Radiokarbon-Datierung auf rund 42 000 Jahre, womit die Neandertal-Funde zu den jüngsten Spuren der Neandertaler in Mitteleuropa zählen, und die Untersuchungen der Ernährung über die Mengenverhältnisse stabiler Isotope von Kohlenstoff und Stickstoff.</p>
<p>Bisher aufsehenerregendstes Resultat waren jedoch die weltweit ersten Analysen an mitochondrialer DNA eines Neandertalers im Zeitraum von 1996 bis 1999, die den Neandertaler eher als europäische Nebenlinie denn als direkten Vorfahren des heutigen Menschen ausweisen. Die Analysen am neuentdeckten zweiten Neandertaler aus dem Neandertal vermochten inzwischen das erste Ergebnis ebenso zu bestätigen wie die Arbeiten anderer Teams an acht weiteren dieser europäischen Ureinwohner.</p>
<p>Die wieder entdeckte Fundstelle im Neandertal ist inzwischen auf der Basis der jüngsten Grabungsergebnisse durch die Stiftung Neanderthal Museum würdig wiederhergerichtet worden.<br />
Das ZDF widmete unter Beratung durch R. W. Schmitz dem Neandertaler-Jubilar und den Neufunden aus dem Neandertal einen eigenen Film, der am 16. Juli 2006, 19:30, gesandt wurde.</p>
<p>Kontakt</p>
<ul>
<li>ralf.w.schmitz@uni-tuebingen.de</li>
</ul>
<p>Literatur</p>
<ul>
<li>Schmitz, R:W. 2006 (ed.):Neanderthal 1856-2006.</li>
<li>Schmitz, R. W. &amp; Thissen, J. 2000:Neandertal &#8220;die Geschichte geht weiter.&#8221; Spektrum-Verlag, Heidelberg.</li>
<li>Bolus, M. &amp; Schmitz, R. W. 2006:Die Neandertaler.- Thorbecke-Verlag, Ostfildern.</li>
</ul>
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		<title>Alltagsgeschichte erlebbar machen</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 09:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Leehr</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Kölnische Rundschau vom 04.08.2011  RS UHU-Freizeitforscher feiern 25-jähriges Bestehen mit Jubiläumsausstellung von SYLVIA SCHMIDT WINDECK. In diesem Jahr gibt es den Verein U.H.U. (&#8220;Unabhängige Historische Untersuchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte&#8221;) seit 25 Jahren. Im Museumsdorf in Altwindeck wurde jetzt die Jubiläums-Ausstellung &#8220;U.H.U. -Zeitfenster &#8211; Einblicke in die erfolgreichen archäologischen Forschungen und die spannende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kölnische Rundschau vom 04.08.2011  RS</p>
<h2>UHU-Freizeitforscher feiern 25-jähriges Bestehen mit Jubiläumsausstellung</h2>
<p>von SYLVIA SCHMIDT</p>
<p>WINDECK. In diesem Jahr gibt es den Verein U.H.U. (&#8220;Unabhängige Historische Untersuchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte&#8221;) seit 25 Jahren. Im Museumsdorf in Altwindeck wurde jetzt die Jubiläums-Ausstellung &#8220;U.H.U. -Zeitfenster &#8211; Einblicke in die erfolgreichen archäologischen Forschungen und die spannende Kinder-und Jugendarbeit&#8221; eröffnet.</p>
<div id="attachment_486" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/08/R-10.07._WIN_25-J.-UHU.jpg" rel="lightbox[484]" title="Seit 25 Jahren"><img class="size-medium wp-image-486" title="Seit 25 Jahren" src="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/08/R-10.07._WIN_25-J.-UHU-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Seit 25 Jahren sind die Mitglieder vom Verein &quot;Unabhängige Historische Untersuchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte &quot; begeistert von ihrem Hobby. Im Heimatmuseum in Altwindeck ist ihre Jubiläumsausstellung zu sehen. (Foto: Schmidt</p></div>
<p>In der alten Fachwerkscheune von Haus Röcklingen wird im Museumsdorf eine Auswahl von Fundstücken aus dem Forschungsgebiet der U.H.Us, dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, der rechtsrheinischen Stadt Bonn und der Gemeinden Nümbrecht und Waldbröl, als Überblick gezeigt. Neben Veröffentlichungen werden die Forschungsbereiche Bergbau, Glasarmreife der Eisenzeit, alte Landkarten, Ringwälle und Landwehren thematisiert. Zwei neu entdeckte alte Karten in der Ausstellung bringen neue Erkenntnisse zur Besiedlung des Windecker und Eitorfer Gemeindegebietes in der frühen Neuzeit. Sehr engagiert ist der Verein in der Kinder-und Jugendarbeit. Der Inhalt der vier Geschichtstaschen, die kostenlos an Kindergärten und Schulen verliehen werden, soll Geschichte für die Jüngsten begreifbar machen, wie die Menschen damals gelebt haben. Deshalb sind die Taschen nicht nur mit kindgerechter Literatur, sondern auch mit allerlei vorzeitlichem Handwerkszeug wie Steinklingen, Schaber und anderen Materialien bestückt.<span id="more-484"></span></p>
<p>Noch gar nicht so lange her, dass in der Fachwelt die Meinung vorherrschte, das Bergische Land sei erst um das Jahr 800, also zur Zeit der Franken, dauerhaft besiedelt worden. Eine Fülle von archäologischen Funden aus fast allen Epochen  eit der mittleren Altsteinzeit (etwa 100 000 v. Chr.) haben die Vereinsmitglieder mittlerweile bei Feldbegehungen zusammengetragen und haben dazu beigetragen, dass die Besiedlungsgeschichte umgeschrieben wurde. &#8220;Die Siedlungsleere im Bergischen ist mindestens ab der frühen Eisenzeit, der so genannten Hallstattzeit (etwa 750-700 v. Chr.) widerlegt&#8221;, sagt Peter Heinz Krause, der Vorsitzende des Vereins. &#8220;Heute arbeiten wir eng und konstruktiv mit dem Rheinischen Amt für<br />
Bodendenkmalpflege und mit dem Landesmuseum des Landschaftsverbandes in Bonn zusammen. Alle Funde werden den Fachleuten zur Datierung vorgelegt. Wir arbeiten sehr vielschichtig und koordinieren unsere Arbeit mit ihrer Hilfe. &#8221;</p>
<p>Die Ausstellung im Museumsdorf ist bis zum 4. September samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Besondere Führungen können unter der Telefonnummer 0 22 42/8 29 25 vereinbart werden.</p>
<p>Parallel werden zwei geführte Wanderungen, am 27. August auf dem Nutscheid und am 8. Oktober in Ruppichteroth-Kuchem, angeboten. Nähere Infos zu den U. H.Us, der Ausstellung und zu den Wanderungen im Internet.</p>
<p>www. geschichts-uhus. de</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit dem U.H.U. gegen die &#8220;Geschichtslosigkeit&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 08:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Leehr</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Mitteilungsblatt für die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid vom 7.9.1996 • Nr. 36 • Seite 41 Mit dem &#8220;UHU&#8221; gegen die &#8220;Geschichtslosigkeit&#8221; Die &#8220;Uhus&#8221; um Fritz Koch wollen Vor- und Frühgeschichte populär machen Fritz Koch aus Much-Marienfeld, der Vorsitzende von &#8220;U.H.U. e.V.&#8221; (&#8220;Unabhängige Historische Unter­suchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühge­schichte e.V.&#8221;), hat sich für seinen Ruhestand einiges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungsblatt für die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid vom 7.9.1996 • Nr. 36 • Seite 41</p>
<h3>Mit dem &#8220;UHU&#8221; gegen die &#8220;Geschichtslosigkeit&#8221;</h3>
<h2>Die &#8220;Uhus&#8221; um Fritz Koch wollen Vor- und Frühgeschichte populär machen</h2>
<p>Fritz Koch aus Much-Marienfeld, der Vorsitzende von &#8220;U.H.U. e.V.&#8221; (&#8220;Unabhängige Historische Unter­suchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühge­schichte e.V.&#8221;), hat sich für seinen Ruhestand einiges vorgenommen. Erster Streich war die Wiederbele­bung des &#8220;Vereins für Vor- und Frühgeschichte Rhein-Sieg/Oberberg e.V.&#8221;, der künftig als &#8220;U.H.U. e.V.&#8221; firmiert -mit dem Symbol eines belesenen und weitblickenden Uhu&#8217;s in einer Raute.</p>
<p>Die &#8220;Uhus&#8221; um Fritz Koch wollen mit der Vorstel­lung aufräumen, die vor- und frühgeschichtliche Epo­che im Bergischen Land sei eine &#8220;geschichtslose Zeit&#8221; und das Territorium rechts des Rheines unbesiedelt gewesen. Wie Fritz Koch sind die meisten der bislang 20 unabhängigen Forscher aus dem Gebiet zwischen Windeck, Much und Niederkassel Autodidakten, von Beruf Landwirt, Jurist, Ingenieur oder Lehrer. Eine der wichtigsten Aufgaben sieht der Verein darin, Ju­gendliche für die heimatliche Geschichte zu interes­sieren und in ihnen diejenige Neugierde für das Leben ihrer Vorfahren zu wecken, die passionierten Ge­schichtsforschern wie Fritz Koch scheinbar angebo­ren ist.<span id="more-472"></span></p>
<p>Im Laufe seiner Forschungsarbeit entwickelte sich Fritz Koch zusehends zum Fachmann für Siedlungs­geschichte, für die die Namen heutiger und einstiger Ansiedlungen eine große Rolle spielen. Denn anhand von Orts-, Flur- und Gewässerbezeichnungen ist häu­fig sehr schnell zu erkennen, wann eine Siedlung ge­gründet oder zuerst benannt wurde. Mitunter gibt es jedoch Schwierigkeiten. So kam es bei der Aufnahme des preußischen Katasters Anfang des vorigen Jahr­hunderts oftmals zu irreführenden Schreibweisen, da die Namen meistens nur phonetisch übertragen wur­den. Als Beispiel kann das alte &#8220;Wiescherath&#8221; bei Neunkirchen genannt werden, aus dem das heutige &#8220;Wiescheid&#8221; wurde, weil die Einwohner vor 180 Jah­ren dem preußischen Katasterbeamten das Dialekt­wort &#8220;Wischid&#8221; angaben. Das aber erschwert dem Unkundigen die Datierung, da Ortsnamen, die auf &#8220;-rath&#8221;, &#8220;-rot&#8221; oder &#8220;-rott&#8221; enden, aus einer ganz anderen Epoche entstammen können als jene, deren letzte Silbe &#8220;-scheid&#8221; oder &#8220;-schid&#8221; lautet.</p>
<p>Bei der Untersuchung alter Orts- und Flurnamen schlägt Fritz Koch mitunter weite Bögen kreuz und quer durch Europa. So kann die Wurzel für einen in alten Ruppichterother Katastern häufig wiederkeh­renden Begriff in der gälischen Sprache gesehen wer­den. Demnach ist die Flurbezeichnung &#8220;Fahrwiese&#8221; eine Tautologie, also &#8220;doppelt gemoppelt&#8221;, da &#8220;Fear&#8221; das alte gälische Wort für &#8220;Gras&#8221; und &#8220;Fearach&#8221; für &#8220;Wiese&#8221; darstellt. Dies ist nach Ansicht von Fritz Koch ein Indiz für keltischen Einfluß in der Region, der ohnehin stärker gewesen sei, als allgemeinen an­genommen wird.</p>
<p>Gesicherte historische Daten aus der vorkaroligischen Zeit sind zwar rar, dennoch sind die &#8220;Uhus&#8221; um Fritz Koch der Auffassung, daß Menschen schon lan­ge hier gelebt haben. Denn etliche Funde wie Relikte aus der Stein- und Eisenzeit, Scherben römischer Herkunft aus der Zeit um Christi Geburt sowie Reste von Ringwallanlagen zeugen von alten Siedlungsstel­len. Diese Funde sollen demnächst in einer Ausstel­lung der Öffentlichkeit vorgestellt werden, damit ein größerer Kreis von Interessenten angesprochen wird, die in den &#8220;Uhus&#8221; geeignete Ansprechpartner finden können. Langfristiges Ziel ist ein aktiver &#8220;Uhu&#8221; in je­der Gemeinde des rechtsrheinischen Kreises.</p>
<p>Obwohl vor übertriebener archäologischer Eupho­rie zu warnen ist, sind neue Wege des Forschens zu beschreiten. Denn es sollen &#8220;Lücken&#8221; gefüllt werden, und zwar abseits überkommener Vorstellungen, bei denen zu viel &#8220;Fußnotenrecycling&#8221; betrieben wird, anstatt Unerforschtes unvoreingenommen anzugehen.</p>
<p>Die &#8220;Uhus&#8221; wollen nach den Worten von Fritz Koch nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Heimat- und Geschichtsvereinen treten: &#8220;Uns interes­siert vor allem die überörtliche Forschung&#8221;, sagt Fritz Koch, selbst Mitglied im Siegburger Geschichts- und Altertumsverein.</p>
<p>Wer weitere Informationen über die Ziele von &#8220;U.H.U. e.V.&#8221; erhalten möchte und Interesse an einer Mitarbeit in diesem Verein hat, kann&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;anrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Seine Fundstellen hat er vor der Haustür</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 22:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Leehr</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[aus General-Anzeiger, Donnerstag, 22. Januar 2009 &#8211; Text und Bild von Roswitha Oschmann Der Landwirt Heinz Wolter ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Amtes für Bodendenkmalpflege RÜBHAUSEN. Als Kind half er bei der Kartoffelernte.  Dabei fielen dem Bauernsohn nicht nur Knollen,  sondern auch merkwürdige Scherben in die Hände.  Wie alt konnten die sein, überlegte Heinz Wolter damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">aus General-Anzeiger, Donnerstag, 22. Januar 2009 &#8211; Text und Bild von Roswitha Oschmann</p>
<h2>Der Landwirt Heinz Wolter ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Amtes für Bodendenkmalpflege</h2>
<div id="attachment_466" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/06/Bild-Heinz-Wolter-aus-GA.jpg" rel="lightbox[460]" title="Bild Heinz Wolter aus GA"><img class="size-medium wp-image-466" title="Bild Heinz Wolter aus GA" src="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/06/Bild-Heinz-Wolter-aus-GA-199x300.jpg" alt="Heinz Wolter mit Tongefäß" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fündig: Der Hobby-Archäologe Heinz Wolter mit dem oberen Rand eines Tongefäßes</p></div>
<p style="text-align: justify;">RÜBHAUSEN. Als Kind half er bei der Kartoffelernte.  Dabei fielen dem Bauernsohn nicht nur Knollen,  sondern auch merkwürdige Scherben in die Hände.  Wie alt konnten die sein, überlegte Heinz Wolter damals schon, 100 gar 300 Jahre? Bald stillte der junge Forscher seinen Wissenshunger mit einem Buch.  Und sein Lehrer Fritz Karl Birkheuser stachelte die Neugier seines Schülers zusätzlich an. Noch heute geht der Landwirt mit suchenden Augen über Wiesen und Felder. Denn der 53-Jährige ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Amtes für Bodendenkmalpflege. Er sehnt sich nicht nach Ausgrabungsstätten in fernen Ländern.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Fundstellen hat er direkt vor der Haustür. ,,Archäologie war damals so etwas Außerirdisches&#8221;, lacht Wolter. Er hatte nie daran gedacht, sein Hobby zum Beruf zu machen. Mit 20 übernahm er vielmehr den elterlichen Hof. ,,Aber als Bauer habe ich die größten Möglichkeiten etwas zu finden.&#8221; Außerdem: ,,Hier habe ich nahezu unerforschtes Terrain.&#8221; Seine Passion hält Wolter unverändert gefangen. Angehäuft hat er einen Berg von Scherben, aus dem er Rückschlüsse auf die Geschichte seiner Heimat ziehen kann. Die Raritäten liefert er ab und führt genau Buch über Aussehen, Ort und Zeit der Entdeckung. Der verrückteste Fund? Wolter hält zwei Teile eines Kugeltopfes   aus dem 13. Jahrhundert zusammen. Die passen genau. Allerdings: Das zweite Stück fiel ihm erst 20 Jahre später in die Hände.  Das ist wie ein Sechser im Lotto.<span id="more-460"></span></p>
<p>Auch Lehrgeld musste der Freizeit-Archäologe zahlen. Ganz zu Beginn seiner Sammelleidenschaft war es. Da ragten nach einem Hochwasser am Bachrand Keramikteile aus der Erde. ,,An ihnen waren noch der schwarze Ruß vom Ofen zu sehen und auch noch Speisereste.“ Fein säuberlich wusch der junge Mann die Scherben ab, das würde ihm heute natürlich nicht mehr passieren. Denn diese Spuren hätten zusätz liche Erkenntnisse liefern können. Aber klar ist: Diese Keramik stammt aus der Zeit zwischen dem 9. und dem 17. Jahrhundert, teils aus dem Vorgebirge, und wahrscheinlich war die Fundstelle ein Müllplatz, denn auch Knochen lagerten da.</p>
<p>Überhaupt: Gut hineindenken können muss sich Heinz Wolter. Da ist es praktisch, dass er als Landwirt genau die Tätigkeit ausübt, der auch viele von den Menschen nachgingen, deren Hinterlassenschaften er heute aufspürt. Die Leute aus der Jungsteinzeit beispielsweise. Um Felder anlegen zu können, rodeten sie Wald. Die Bäume fällten sie mit Steinbeilen. Und davon wurden allein in Rübhausen, aber auch in Ruttscheid, Pleiserhohn, Frohnhardt, Berghausen, Eudenbach, Sand und Thomasberg 14 Exemplare oder zumindest Bruchstücke gefunden.</p>
<p>Überbleibsel von damals sind außerdem Feuersteinklingen  — die ,,Messer der Steinzeit? Indes rund 8 000 Jahre ist es bereits her, als Jäger direkt in Wolters Nachbarschaft Tieren nachstellten. 200 Meter von seinem Haus entfernt gewahrte er Stichel aus Kieselschiefer. Das sind kleine Geräte, mit denen die Menschen aus der Mittel- und Altsteinzeit Geweihe Von Hirschen bearbeiteten, Späne abschabten. Dazu wurden die Kanten der Stichel geschärft. Sechs Graburnen mit Leichenbrand förderte Wolter in seinem Heimatort zutage. Sie sind aus der Zeit um 600 v. Chr., also aus der älteren Eisenzeit. Damals wurden die Toten verbrannt und in Tongefäßen oder organischen Behältern bestattet. Beim ersten Urnengrab sichtete er eine Glasperle. ,,Heute weiß ich, das war eine Grabbeigabe&#8221;, erzählt der Rübhausener. Der Glasschmuck kommt aus Süddeutschland, Hintergrund: ln der älteren Eisenzeit setzte von dort ein starker Zuzug ins Köln-Bonner Becken ein.</p>
<p>Auch sehr viel Keramik aus der Eisenzeit, die Epoche der letzten 800 Jahre bis zu Christi Geburt, entdeckte Wolter. Dabei wurde eigentlich immer angenommen, dass die Besiedelung des Oberpleiser Raums später erfolgte; lediglich einige Steinbeilklingen und ein in Hartenherg gehorgenes Regenhogenschüsselchen, eine Münze, waren bekannt, ehe Wolters Spürnase Witterung aufnahm.,,Alle paar hundert Meter standen entlang des Eisbaches, wo also der Boden gut und Wasser da war; während der ganzen Eisenzeit Gehöfte&#8221;, so die Erkenntnis von Heinz Wolter. Reste von Mahlsteinen, Spinnwirtel und Schleifsteine passen ebenfalls ins Inventar bäuerlieher Kleinsiedelungen. Armringbruchsttücke und viele farbige Glasperlen gingen ihm ins Netz. ,,Das sind Importe keltischen Ursprungs. Vielleicht bezahlten die Menschen den Glasschmuck mit Erzen. “</p>
<p>Dessen Abbau ist hier schon im l. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Vor rund 2 000 Jahren ließen dann die in Bonn stationierten Römer in Bennerscheid Bleierze gewinnen. Das besorgte die einheimische Bevölkerung für sie. Und die vertrugen sich übrigens gut miteinander. Um Handel geht es auch beim Stein mit Loch aus Rübhausen aus dem 6. oder 7. Jahrhundert. Diesen Probierstein trug der Kaufmann um den Hals und zog damit über die Goldmünze, um die Echtheit zu uberprüfen. Ein tolles Stück aus dem 13. Jahrhundert: Direkt an seinem Hof fand Heinz Wolter einen Schmelzofen, als sich sein Pflug verhakte. Ergo muss da Kupferverhüttung stattgefunden haben.</p>
<p>Aber bereits viel früher hinterließen Menschen rund um den Ort Oberpleis ihre Spuren. ln Eudenbach wurde zum Beispiel bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein Faustkeil entdeckt. Und dieses Allzweckgerät benutzten die Neandertaler, die bekanntlich bereits vor etwa 30 000 Jahren ausstarben. Das wären dann gewissermaßen die ,,Pleistaler&#8221;. Spannend, was Heinz Wolter noch alles vor die Füße rollen wird.</p>
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		<title>Scharfe Augen und spitze Finger</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:23:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Leehr</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Von Julia Hohenadel, 27.04.2011 &#8211; Rhein-Sieg-Anzeiger Scharfe Augen und spitze Finger BERGISCHE HISTORIE Im Verein &#8220;UHU&#8221; erforschen junge und ältere Menschen die lokale Frühgeschichte. Rhein-Sieg-Kreis. Peter Krause weiß, wann die Zeit reif ist, um Schätze zu finden. Im Frühjahr oder im Herbst, am besten kurz nach einem kräftigen Regenguss, wenn die Erde gerade wieder antrocknet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Julia Hohenadel, 27.04.2011 &#8211; Rhein-Sieg-Anzeiger</p>
<h3>Scharfe Augen und spitze Finger</h3>
<h4>BERGISCHE HISTORIE Im Verein &#8220;UHU&#8221; erforschen junge und ältere Menschen die lokale Frühgeschichte.</h4>
<p>Rhein-Sieg-Kreis. Peter Krause weiß, wann die Zeit reif ist, um Schätze zu finden. Im Frühjahr oder im Herbst, am besten kurz nach einem kräftigen Regenguss, wenn die Erde gerade wieder antrocknet. Dann gibt der Boden seine Geheimnisse preis &#8211; Geheimnisse, die Peter Krause lüften will. Es können Steine sein, die aus dem Erdreich gewaschen werden, Metallteile, aber auch Scherben oder sogar Glasperlen, berichtet der 55-Jährige. Der unscheinbarste Gegenstand kann sich als wahrer Schatz entpuppen. Denn Peter Krause beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit Frühgeschichte. Der Neunkirchener ist Vorsitzender des Vereins UHU (&#8220;Unabhängige Historische Untersuchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte&#8221;) und als solcher qua Amt eine Mischung aus Archäologe, Geschichtswissenschaftler, Schatzsucher, Hobbydetektiv und Hellseher. <span id="more-449"></span>Moment -Hellseher? &#8220;Nein, jeder kann spannende Fundstücke entdecken&#8221;, erklärt Krause lächelnd. Hilfsmittel wie Sonden oder Grabungen sind für echte UHUs tabu &#8211; allein scharfe Augen und spitze Finger sind als Werkzeuge erlaubt, und eben das Wissen um vielversprechende Suchorte.</p>
<p>31 Mitglieder zählt der Verein mit Sitz in Ruppichteroth; in diesem Jahr feiert er seinen 25. Geburtstag. Alle zusammen haben sie auf Wanderungen, Spaziergängen und wissenschaftlichen Exkursionen bereits Abertausende von Fundstücken zutage gefördert, berichtet Krause. Sein ganzer Stolz ist ein schwerer Faustkeil, den seine Tochter 1995 im heimischen Garten entdeckte. Viele Schätze verbergen sich im Rhein-Sieg-Kreis, weiß der Hobbyforscher, etwa im Bröltal, an der Oberen Sieg und im Siebengebirge.</p>
<p>Insgesamt, schätzt Krause, würden jedoch nur knapp zehn bis zwanzig Prozent aller &#8220;Bodenschätze&#8221; auch gehoben. &#8220;Vieles geht beim Tiefpflügen oder bei Bauarbeiten kaputt&#8221;, meint er bedauernd. Vor allem empfindliche Stücke wie ältere Keramik oder Holzteile seien höchst fragil und zerbrächen meist unter Baggerschaufeln oder Pflugmaschinen. &#8220;So etwas zu finden, ist ein echter Glückfall.&#8221; Inbrünstig hofft Krause auf einen speziellen Fund: Ein so genanntes &#8220;Regenbogenschüsselchen&#8221;. Diese keltischen Münzen wurden bereits in geringer Zahl im Bröltal entdeckt und wären für den Mann aus Schöneshof &#8220;ein absolutes Highlight&#8221; &#8211; obschon er weiß, dass er es im Falle einer Entdeckung nicht würde behalten dürfen. Ein Fundstück derartiger Bedeutung ginge an ein Museum. Zwar wurde eines der bereits entdeckten Exemplare den UHUs zum Kauf angeboten. Doch das ginge gegen ihren Ehrenkodex, wie</p>
<p>Krause sagt: &#8220;Man muss die Dinge selbst finden. Kaufen zählt nicht.&#8221;</p>
<p>Im Jubiläumsjahr wollen die UHUs nun auch bei anderen Interessierten für ihre Leidenschaft werben. Gleich zwei geführte Wanderungen bietet der Verein im August an sowie eine im Oktober.</p>
<p>Keramikfunde aus der Eisenzeit im Waldbröltal, keltische Glasarmringe in Königswinter, verborgene Waldschmieden in Ruppichteroth &#8211; die Mitglieder des Vereins schöpfen aus einem reichen Fundus an Themen, Fundorten und Geschichten. Von Ende 20 bis Anfang 80 reicht das Alter der UHUs, dennoch wollen sie künftig mehr Geschichtsinteressierte für ihr Tun begeistern. Denn zu den Vereinsaktivitäten gehören nicht nur Streifzüge durch die Natur auf der Suche nach Relikten aus alter Zeit. Auch die Zusammenarbeit mit Museen steht auf der Agenda, der Austausch mit Fachleuten und Laien sowie die Kontaktpflege mit anderen Vereinen, mit Grundstückseignern und Verwaltungen.</p>
<p>&#8220;Wir haben keine Berührungsängste&#8221;, lacht Krause. Und meint: Andere sollten sie auch nicht haben. Bei den UHUs gehe es nicht um akademische Titel, Prestigefunde oder Wissenswettbewerbe, bekräftigt der 55-Jährige. Im Gegenteil: Bei den regelmäßigen Treffen in Ruppichteroth ist jeder willkommen. Der nächste &#8220;Historische Stammtisch&#8221; trifft sich im &#8220;Hotel zur Post&#8221; (Winterscheid) am Donnerstag, 12. Mai, in der Zeit von 19.30 bis 22 Uhr. <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/">www.geschichts-uhus.de</a></span></p>
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		<title>Windeck</title>
		<link>http://www.geschichts-uhus.de/gemeinde-windeck/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 11:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tvoss</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Windecker Aktivitäten Seit der Gründung unseres Vereins 1986 in Windeck sind wir in der Gemeinde an der Sieg sehr aktiv. Bis 2010 hatten wir auch unseren Vereinssitz in der Gemeinde, obwohl sich der Schwerpunkt der Forschungen zwischenzeitlich verlagert hat. Die Mitglieder des Vereins, allen voran unser erster Vereinsvorsitzender (von 1986 bis 1996), Werner Schmidt aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Windecker Aktivitäten</h3>
<p>Seit der Gründung unseres Vereins 1986 in Windeck sind wir in der Gemeinde an der Sieg sehr aktiv. Bis 2010 hatten wir auch unseren Vereinssitz in der Gemeinde, obwohl sich der Schwerpunkt der Forschungen zwischenzeitlich verlagert hat.</p>
<p>Die Mitglieder des Vereins, allen voran unser erster Vereinsvorsitzender (von 1986 bis 1996), Werner Schmidt aus Dreisel, machten zahlreiche Funde aus fast allen Siedlungsepochen. Eine Besonderheit stellt der berühmte Retuscheur mit eingeritzten Elchabbildungen aus der Steinzeit dar. Dieser wurde mehrfach auf unseren Historischen Stammtischen präsentiert. Er war auch Fund des Monats im LVR LandesMuseum Bonn und wird dort inzwischen in einer besonderen Ausstellung gezeigt.</p>
<p>Des weiteren haben wir häufig mit einem Infostand an dem Windecker Burgmarkt teilgenommen. Im Haus Gerressen haben wir die Inhalte aus unseren vier Geschichtstaschen und Originalfunde gezeigt. Das fand stets großes Interesse. Vor allem wenn man die Repliken der Steinwerkzeuge einmal ausprobieren konnte und feststellte, dass die Geräte damals schon so scharf waren, wie heutige Messer.<span id="more-141"></span></p>
<div id="attachment_419" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/01/Windecker-Freizeitspass.jpg" rel="lightbox[141]" title="&quot;Musketiere&quot; - Windecker Freizeitspass"><img class="size-medium wp-image-419" title="&quot;Musketiere&quot; - Windecker Freizeitspass" src="http://www.geschichts-uhus.de/wp-content/uploads/2011/01/Windecker-Freizeitspass-300x207.jpg" alt="&quot;Musketiere&quot; - Windecker Freizeitspass" width="300" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Musketiere&quot; - Windecker Freizeitspass</p></div>
<p>An dem Windecker Ferienfreizeit(s)pass haben wir uns mit mehreren Aktionen und Führungen auf der Ruine der Burg/Feste Windeck beteiligt.  Die jungen (und auch älteren) Teilnehmer waren begeistert, wenn sie erfuhren, wie viel es über die Windecker Geschichte, insbesondere aus der Vorgeschichte und dem Mittelalter zu berichten gibt. Gespannt hörten sie von den zahlreichen Ereignissen, die in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stattfanden und letztlich zu den erheblichen Zerstörungen im Jahre 1648  führten.</p>
<div class="mceTemp">Völlig überrascht hat, dass die Gesamtanlage der Burg/Feste mit fast 300 Meter Länge einst zu den größten Anlagen ihrer Art im Rheinland gehörte.</div>
<p>Wir setzen unsere Forschungen in den nächsten Jahren fort und werden immer wieder Fachführungen anbieten.</p>
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