Startseite

Erfolgreich forschen

25 Jahre siedlungsgeschichtliche Entdeckungen vor der Haustür

Man muss nicht in ferne Länder reisen, wie Ägypten oder China, um spannende Forschungen und Entdeckungen zur Siedlungsgeschichte zu machen!

So was kann man auch hervorragend vor der Haustür – und dies mit (sympathischen) Gleichgesinnten.

Dies dachten sich auch die Gründungsmitglieder unseres Vorgängervereins als sie sich nach langjährigen eigenen Forschungen  1986 zu einem Geschichtsverein zusammen schlossen.

Unterstützt durch die jeweiligen Leiter der Außenstelle des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege in Overath konnten sie schon bald mit für die Wissenschaft sehr interessanten Erkenntnissen aufwarten. Sie waren angetreten, die bisherige Annahme, das Bergische Land sei erst von den Franken gegen 800 n. Chr. dauerhaft besiedelt worden, zu widerlegen.

Inzwischen können hier nun  die (vorübergehende) Anwesenheit von Neandertalern in der Altsteinzeit und von unseren Vorfahren in der Mittel- und Jungsteinzeit sowie feste Siedlungen spätestens ab der Eisenzeit (ab ca. 750 v. Chr.) durch zahlreiche Funde und Siedlungsreste belegt werden.

Seit der Umbenennung des Vereins in U. H. U.  e. V. (Unabhängige Historische Untersuchungen mit Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte e. V.) wurden die Forschungen nicht nur intensiviert. Vielmehr wurden die zahlreichen überregionalen Ergebnisse außer Fachleuten auch interessierten Laien, vor allem Kindern und Jugendlichen, auf geeignete Weise (z. B. durch Ausstellungen, Führungen und Vorträge) vorgestellt.

Dies soll auch 2011, im Jahr unseres 25jährigen Jubiläums geschehen. Anstelle eines großen Empfangs werden wir eine tolle Veranstaltungsreihe durchführen:

  • “Zeitenfenster – Einblicke in die erfolgreichen archäologischen Forschungen
    des U. H. U. e. V.” 
    25 Jahre – aktiv und erfolgreich! (PDF für Download)
    Lesen Sie bitte demnächst unsere Veranstaltungshinweise.
    Viel Spaß bei der Teilnahme. Es lohnt sich!

Wir würden uns freuen, wenn wir auf diesem Wege noch Gleichgesinnte, vor allem auch jüngere,
als  Gäste und auch als neue Vereinsmitglieder gewinnen könnten. Schließlich lässt sich hier noch vieles erforschen.

Was sind das für komische Vögel ?

Der U.H.U. e. V. Wappenvogel

Unser Wappentier bei einer Veranstaltung der Deutschen Waldjugend, Ortsgruppe Ruppichteroth

Was für komische Vögel haben sich denn da auf archäologische Spurensuche begeben ? … werden sich zunächst viele Besucher fragen.

“Uhus” sind keineswegs mit den Eulen gleichen Namens zu verwechseln, vielmehr handelt sich hier um die sehr aktiven Mitglieder eines überregionalen Geschichtsvereins. Der seit Mai 1996 bestehende “Unabhängige Historische Untersuchungen mit dem Schwerpunkt der Vor- und Frühgeschichte e. V.”, kurz U.H.U. e.V., stellt die Wiederbelebung des 1986 bis 1996 bestehenden “Vereins für Vor- und Frühgeschichte Rhein-Sieg/Oberberg e. V. dar.

Das Vereinslogo, ein etwas rundlicher Uhu mit Brille auf einem Buch sitzend, versinnbildlicht “Weisheit” und “Vorausschau”.

Forschung im Rhein-Sieg-Kreis

Der U.H.U. e. V. erforscht die Vor- und Frühgeschichte des rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreises, der Gemeinde Nümbrecht und der Stadt Waldbröl und der mit ihnen historisch verbundenen Nachbargebiete.

Die anschließende Verbreitung der Forschungsergebnisse in einer auch von Laien verständlichen Weise, z. B. durch Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Veröffentlichungen, ist eines der Hauptziele des Vereins.

Kann die Suche nach Spuren der Vergangenheit glücklich machen?

 Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, mit einer „Zeitmaschine“ eine Reise in die Vergangenheit zu machen, um gleichsam direkter Zeuge eines bedeutsamen Ereignisses zu sein? Es wird wohl immer ein Traum bleiben. Doch es gibt eine reale Möglichkeit, bei der Suche nach Spuren einer selbst lange zurückliegenden Epoche Erfolgs- ja geradezu Glückserlebnisse zu haben! Eine solche Möglichkeit erlaubt es auch dem Nicht-Historiker, aktiv an der Erforschung der Geschichte seiner engeren Heimat teilzunehmen. Unser nunmehr seit 25 Jahren bestehende Verein hat sich die Aufgabe gestellt, interessierten hiesigen Bewohnern, von Schulkindern angefangen bis zum älteren Menschen „Heimatgeschichte zum Be-greifen“ – von der Steinzeit bis zur frühen Neuzeit – näher zu bringen. Dies geschieht u. a. bei der Vorstellung zahlreicher Funde aus prähistorischer Zeit seitens der Vereinsmitglieder, gleichzeitig aber auch durch Ermunterung willkommener Gäste, mit Hilfe der „Uhus“ selbst einmal auf Fundsuche zu gehen.

 Es ist dann ein besonderes Erlebnis, eine auf den ersten Blick einfache Tonscherbe oder eine Glasperle in die Hand zu nehmen und von einem erfahrenen Vereinsmitglied zu hören, dass es sich um den Teil eines Gefäßes aus der Merowingerzeit (etwa 450 bis 750 n. Chr.) oder, wie bei der Glasperle, um einen Fund aus der jüngere Eisenzeit (ca. 500 bis 25 v. Chr.) handelt. Oder man findet steinerne Pfeilspitzen, Klingen, flache Schaber oder hat das sehr seltene Glück, einen Faustkeil aus der Steinzeit zu finden, der von Menschenhand vor über 50.000 Jahren bearbeitet wurde. Stammt ein erheblich jüngerer Fundgegenstand etwa aus der Begegnung eines hier ansässigen Kelten oder Germanen mit einem Römer? Sogleich springt der gedankliche Mechanismus der Zeitmaschine an.

Wie mögen die damals hier lebenden Menschen wohl ausgesehen und gelebt haben? Waren es Neandertaler oder schon homo sapiens sapiens der jetztzeitlichen Gestalt? Waren es kelto-germanische Ubier, germanische Sugambrer oder Chatten?

 Im Gespräch mit den „Uhus“ wird bei den regelmäßig im Vereinslokal „Zur Post“ in Ruppichteroth-Winterscheid stattfindenden Historischen Stammtischen des U. H. U. e. V. lebhaft und sachkundig über solche Funde und Fragen diskutiert. Wird ein Fund dann auch noch von Profi-Archäologen bzw. Historikern nach gewissenhafter Begutachtung und zeitlicher Einordnung als authentisch beurteilt und veröffentlicht, ist das Finderglück vollständig. Der „Geschichtsvirus“ hat einen weiteren Menschen infiziert. Doch eine solche „Infektion“ ist nicht Gesundheit gefährdend! Der Finder schwebt wohlbehalten auf Wolke sieben.

Aber auch bei Schulkindern wächst das Geschichtsbewusstsein, wenn ihnen durch den Inhalt unserer kostenlos zur Verfügung gestellten Geschichtstaschen zusätzlich zum Unterricht spezielle Literatur, Modelle, Artefakte, die sie in die Hand nehmen können, oder durch Vorträge von Heimatforschern in der Schule in kindgerechter Sprache der Alltag unserer Vorfahren näher gebracht wird.

 Zwar werden heute Epochen unserer Geschichte durch die Medien dankenswerterweise mittels neuartiger technischer Methoden (z.B. Computeranimation) in anschaulicher Weise und dabei wissenschaftlich untermauert, ins „Heimkino“ gebracht, doch ist der persönliche Vortrag eines Wissenschaftlers im Vereinslokal, der auf Fragen der Zuhörer im Detail eingeht, wohl ein direkteres, eindringlicheres Erlebnis. Solche Vorträge finden oft während der Historischen Stammtische, manchmal auch zusätzlich statt. Eines haben sie gemeinsam:

Bei aller ernsthafter und wissenschaftlicher Diskussion haben die Zusammenkünfte der „Uhus“ und ihrer Gäste oder Wanderungen mit Besichtigungen von historischen Denkmälern sowie Besuche von Museen und Ausstellungen einen fast schon familiären Charakter. Und das ist gut so!

 Peter Effelsberg, 2. Vorsitzender U.H.U. e.V.